Taubenfüttern auf dem Balkon ist verboten

Das Anlocken und Füttern von Tauben auf dem Balkon einer Wohnung ist vielerorts bereits gesetzlich verboten. Aber auch eine Wohnungseigentümergemeinschaft hat in der Regel einen Unterlassungsanspruch gegen einen Eigentümer, der Tauben auf seinem Balkon füttert. Dies hat das Amtsgericht München entschieden.

Ein Eigentümer hatte auf seinem Balkon Wassergefäße als Vogeltränke aufgestellt, an der Decke Meisenknödel und Behälter mit Sonnenblumenkernen aufgehängt und in den Blumenkästen Rosinen als Vogelfutter ausgelegt. Auf dem Balkon hielten sich täglich viele Tauben auf. Die Eigentümergemeinschaft verlangte die Einstellung der Fütterung. Hausdach und Balkon seien bereits erheblich durch Taubenkot verschmutzt. Ferner sei bekannt, dass Taubenkot ein Überträger von Keimen und Krankheiten sei. Der beklagte Eigentümer änderte sein Verhalten jedoch nicht und führte aus, dass die Meinung, Taubenkot übertrage Krankheiten, bloße Panikmacherei sei.

Das Gericht gab der Eigentümergemeinschaft Recht und verurteilte den Eigentümer, es zu unterlassen, auf dem Balkon verwilderte Tauben zu füttern und durch das Auslegen von Futter anzulocken. Dieser verstoße einerseits gegen die Hausordnung. Daneben habe die Gemeinschaft auch einen gesetzlichen Anspruch auf Unterlassen der Taubenfütterung. Nach dem Wohnungseigentumsgesetz bestehe allgemein eine Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Dieses Gebot der Rücksichtnahme sei unzweifelhaft durch das Auslegen von Vogelfutter verletzt. Neben der Gefahr der Verschmutzung des Gemeinschaftseigentums bestehe auch nach allgemeiner Lebenserfahrung eine konkrete Gesundheitsgefährdung durch von Tauben verbreitete Parasiten oder durch Taubenkot.