Ladendieb (90 Jahre) muss für 100 Euro einkaufen

Ein 9o-jähriger ist vom Amtsgericht Biedenkopf im Kreis Marburg-Biedenkopf im Jahr 2010 dazu verurteilt worden, wegen Ladendiebstahls für 100 Euro Teufelskrallen-Tabletten in einer Apotheke kaufen zu müssen.

Der 90 Jahre alte Mann wurde von zwei Verkäuferinnen beschuldigt, eine Packung mit Teufelskrallen-Präparat entwendet zu haben. Die Teufelskralle wird vor allem bei Gelenkbeschwerden eingesetzt, worunter anscheinend auch der angeklagte Mann litt. Der Wert der Schachtel belief sich lediglich auf 2,99 Euro.

Der Senior – nicht ganz unclever – sagte hingegen, er hätte nichts geklaut sondern die Schachtel mit seinem Portemonnaie verwechselt und deswegen eingesteckt. Dieses ließ der Richter jedoch nicht gelten, denn er wusste, dass der Rentner zwei Jahre zuvor schon einmal wegen Diebstahls einer Packung Teufelskralle beschuldigt worden war.

Der Richter verurteilte den Mann jedoch nicht zu einer Geldstrafe sondern stellte das Verfahren ein – allerdings unter Auflagen. Dazu gehörte, dass er innerhalb von zwei Monaten 100 Euro an eine Arthrose-Stiftung überweisen müsse und für denselben Betrag Teufelskrallenpräparate in dem fraglichen Geschäft einkaufen müsse. Diese Menge würde für circa ein Jahr reichen. Während dieses Zeitraumes wären daher alle Geschäfte vor Diebstahlversuchen von Teufelskrallentabletten durch den Rentner geschützt. Hält der Rentner sich nicht an die Auflagen, so würde das Verfahren wieder aufgenommen werden. Ob der – vermeintlich älteste Angeklagte eines deutschen Gerichts – sich an diese Auflagen hielt, ist jedoch unbekannt.