Tariflicher Zusatzurlaub bei Wechselschicht-, Schicht- und Nachtarbeit

Nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst einschließlich des besonderen Teils Pflege- und Betreuungseinrichtungen bleiben Nachtarbeitsstunden bei der Gewährung von Zusatzurlaubstagen unberücksichtigt, wenn sie in einem Zeitraum geleistet wurden, für den dem Arbeitnehmer Zusatzurlaub wegen Schichtarbeit zusteht. Das gilt auch, wenn sich der betreffende Zeitraum über den Jahreswechsel erstreckt.

Wechselschichtarbeit erfüllt die Voraussetzungen von Schichtarbeit und wird daher auch bei der Berechnung des Zusatzurlaubs für vier zusammenhängende Monate Schichtarbeit berücksichtigt. Zusatzurlaubstage für Wechselschichtarbeit gehen denen für Schichtarbeit vor. Die Bestimmung der Urlaubsansprüche ist durch eine nachträgliche Gesamtbetrachtung durchzuführen. So entschied das Bundesarbeitsgericht im Fall einer Altenpflegehelferin, die über einen längeren Zeitraum in unterschiedlichem Umfang Wechselschichtarbeit, Schichtarbeit und Nachtarbeit geleistet hatte und mit ihrem Arbeitgeber über die Anzahl der ihr zustehenden Zusatzurlaubstage stritt.