Diebstahl aus Hotelsafe begründet keinen Reisemangel

In einem vom Amtsgericht München entschiedenen Fall war Pauschalreisenden in der Dominikanischen Republik bei einem Einbruch in das Hotelzimmer aus dem Safe 666 EUR und 108 US$ in bar entwendet worden. An der Zimmertür hatten sich bereits bei Einzug alte Einbruchsspuren befunden.

Die Reisenden nahmen deshalb den Reiseveranstalter auf Schadensersatz in Höhe von 756,98 EUR für das entwendete Geld in Anspruch. Außerdem verlangten sie Schadensersatz wegen des vertanen Urlaubs in Höhe von 20 % des Reisetagespreises, insgesamt hierfür weitere 167 EUR für sechs Tage, weil sie aus Angst vor weiteren Einbrüchen den Urlaub nicht mehr genießen konnten. Ihrer Auffassung nach hätte der Reiseveranstalter besondere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Reisenden treffen müssen.

Das Gericht wies die Klage im vollen Umfang ab. Der Diebstahl als solcher stelle keinen Reisemangel dar, auch wenn er den Erholungserfolg beeinträchtigt. Ein Diebstahl sei eine Störung, die aus dem allgemeinen Lebensrisiko des Reisenden herrühre. Allein die Tatsache, dass sich an der Hotelzimmertür alte Einbruchsspuren befunden haben, bedeute nicht, dass das Hotel besonders sicherheitsgefährdet sei und der Veranstalter daher verpflichtet gewesen wäre, weitergehende Maßnahmen zur Sicherheit der Hotelgäste zu ergreifen.