Verlustausgleichs- und Abzugsbeschränkung für Termingeschäfte ist verfassungsgemäß

Verluste aus Termingeschäften eines gewerblichen Unternehmens sind ‑ nach Verrechnung mit im gleichen Wirtschaftsjahr erzielten Termingeschäftsgewinnen ‑ steuerlich zunächst nicht abzugsfähig. Sie dürfen in einem Veranlagungszeitraum weder mit Einkünften aus anderen Gewerbebetrieben noch mit anderen Einkünften verrechnet werden (sog. horizontales und vertikales Verlustausgleichsverbot). Sie können aber auf spätere Veranlagungszeiträume vorgetragen und mit künftigen Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden. Diese gesetzliche Einschränkung ist nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs verfassungsgemäß und sachlich gerechtfertigt, damit Unternehmen spekulative und risikogeneigte Geschäfte nicht in den betrieblichen Bereich transferieren. Das Gericht ließ allerdings die Frage offen, ob dies auch für endgültige Verluste ohne künftige Verrechnungsmöglichkeit gilt (sog. Definitivbelastung).

ALEMANNIA-TOP-TIPP

Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Finanzunternehmen können Verluste aus Termingeschäften als Teil ihres laufenden Geschäfts in voller Höhe geltend machen. Das gleiche gilt bei Absicherung von Geschäften des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs anderer Betriebe.