Baustelle am Strand als Reisemangel?

Eine Baustelle am Strand kann nicht als Reisemangel geltend gemacht werden, wenn der Reiseveranstalter vor Reiseantritt darauf hingewiesen hat und der Kunde die Möglichkeit zur Umbuchung hatte.

Das hat das Amtsgericht München entschieden.

In dem entschiedenen Fall hatte ein Reisender über ein Internetportal eine Pauschalreise nach Abu Dhabi gebucht. Auf der Buchungsbestätigung teilte ihm der Reiseveranstalter am selben Tag mit, dass in dem Reisezeitraum ein Teil des Strandes saniert wird und es zu Lärm- und Sichtbehinderungen kommen kann.

Der Reisende trat trotz dieses Hinweises die Reise an und musste am Urlaubsort feststellen, dass die Hälfte des hoteleigenen Strands gesperrt war. Von 9:00 Uhr bis 22:00 Uhr habe in der gesamten Hotelanlage ein unerträglicher Lärm geherrscht, der auch im Hotelzimmer nicht zu überhören gewesen sei. Auch die Aussicht sei durch die Bauarbeiten beeinträchtigt gewesen.

Das Gericht wies die Klage auf Zahlung von ca. 1.600 EUR Schadensersatz (40 % des Reisepreises) und 300 EUR für vertane Urlaubsfreude ab. Nach Auffassung des Gerichts hatte der Reiseveranstalter mit seinem Hinweis das Ausmaß der Beeinträchtigungen hinreichend konkret dargestellt und damit seine Mitteilungspflicht erfüllt – auch in zeitlicher Hinsicht, da der Hinweis vor Reisebeginn erfolgte und Gelegenheit zur Umbuchung bestand.